Das BMI möchte mehr digitale Souveränität durch den Einsatz von Open Soure Software

Das BMI schreibt in einer Pressemitteilung über "kritische Technologieabhängigkeit der Öffentlichen Verwaltung". Dabei wird eine Abhängigkeit von einigen wenigen Software-Anbietern bemägelt sowie damit verbundene "Risiken für die digitale Souveränität" festgestellt.

Open Source Software soll eine "wesentliche Rolle" spielen, um mehr Unabhängigkeit zu erreichen.

PwC hat dazu eine Marktanalyse erstellt, die in der Pressemitteilung einsehbar ist. Darin wird auf die Probleme homogener, proprietärer Softwarelösungen verwiesen aber auch Kritik an der Entwicklung kommerzieller Open Source Software geübt:

Diese steigende Beteiligung proprietärer Anbieter am Open Source-Markt kann poten­ziell zwar zu Innovationen und zur breiteren Nutzung der Lösungen führen, birgt aber auch Risiken. So ist eine Einflussnahme auf die Weiterentwicklung der Open Source- Lösungen denkbar, z. B. durch den Einsatz entsprechender Finanzmittel oder durch Lobbying in der Entwicklergemeinschaft.

Mit Blick auf die digitale Souveränität, wird auch das Engagement großer Softwarehäuser, die für ihre proprietären Produkte bekannt sind, kritisch betrachtet.

Perspektivisch steigt aber die Einflussnahme dieser Anbieter auf Open Source-Entwicklungen und das Risiko, dass ehemals quelloffene Software durch Übernahmen langfristig proprietär wird.

Auf die drohende Gefahr der Ausnutzung einer marktbeherrschenden Stellung wird explizit hingewiesen. Namentlich nennt die Analyse immer wieder Microsoft und Oracle. Aber auch die Dominanz von SAP und Google in einigen Bereichen wird kritisiert.

[...], sie stär­ken aber auch die Position marktbeherrschender Anbieter entlang des Stacks und ber­gen somit perspektivisch ein Risiko für IT-Anwender wie die Bundesverwaltung [...]

Leider verpasst die Analyse auf die Probleme von Open Core oder openwashing hinzuweisen, welche leicht übersehen werden, wenn über den vermehrten Einsatz von Open Source Software nachgedacht wird.

Doch neben Kritik an der aktuellen Situation, zeigt die Analyse auch konkrete Strategien auf, um mehr digitale Unabhängigkeit zu erreichen. Hier wird die Chance verpasst, auf die Kampagne Public Money, Public Code und das Berliner Transparenzgesetz hinzuweisen.